Bergbau und Braunkohle, Blaue Reiter, Zwiebeln und wichtiger Schauplatz der Reformation

In der Großen Kreisstadt Borna mit ihrer reichen Historie gibt es viel zu entdecken. Im Jahre 1251 erstmals urkundlich erwähnt, liegen die Ursprünge der Stadt deutlich weiter zurück. Belege für eine frühe Besiedlung des Gebietes durch slawische Stämme reichen bis ins 7. Jahrhundert und bereits im frühen 12. Jahrhundert bestand im Bereich des heutigen Königsplatzes ein Marktflecken als Vorläufer der späteren Stadt. Dazu gehörten auch die heute noch vorhandene Kunigundenkriche – eine romanische Pfeilerbasilika, um das Jahr 1170 aus Backsteinen erbaut – sowie die Wasserburg in der Wyhraaue, deren Standort heute als Bodendenkmal erhalten ist.

Das Rathaus – später mehrfach umgebaut und erweitert – baute Baumeister Wolffhart im Jahr 1439, die Stadtkirche St. Marien, am heutigen Martin-Luther-Platz wurde zwischen 1411 und 1456 errichtet. Ein ursprünglich unmittelbar am Markt befindliches Stadtschloss zerstörte der Wettinische Bruderkrieg 1450, an dessen Stelle wird schon kurz darauf als Gasthaus das Bürgerhaus „Goldener Stern“ erwähnt.
In der Zeit der Reformation fand Martin Luther häufiger Unterschlupf in der Stadt bei dem Geleitsmann Michael von der Straßen und predigte selbst mehrmals in der Stadtkirche. Schon 1799 erschlossen der damalige Leipziger Universitätsdirektor Siegel und der Bornaer Maurermeister Uhlmann ein Braunkohlevorkommen am Rosseberg – heute befindet sich an dieser Stelle die größte Freilichtbühne der Region, der Volksplatz. Im Mai 1813 nächtigte Kaiser Napoleon im Haus, Markt 13, am Vorabend der Völkerschlacht im Oktober desselben Jahres nahmen Kaiser Franz von Österreich  König Friedrich Wilhelm III. von Preußen, Zar Alexander von Russland sowie Fürst von Metternich an gleicher Stelle Quartier. Das letzte erhaltene der ursprünglich vier Stadttore – das Reichstor – steht heute in der Reichsstraße und beherbergt das Museum der Stadt.

Die imposanten Gebäude in der Stauffenbergstraße wurden von 1892 bis 1901 als Kasernen für das seit 1849 in Borna stationierte Karabinier-Regiment – die Blauen Reiter – erbaut – heute hat das Landratsamt des Landkreises Leipzig hier seinen Sitz.

Wie der gesamte Südraum Leipzig hat unsere Stadt in den vergangenen 25 Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung genommen. Einstmals vom Bergbau und der Braunkohleindustrie zerklüftete und zerschnittene Landschaften weichen zusehends weitläufigen Seen-, Grün- und Waldflächen. Teilweise erobert sich die Natur ihr Territorium zurück, teilweise greifen wir Menschen gestaltend ein und schaffen landschaftlich sowie touristisch reizvolle Landstriche, die geradezu dazu einladen zu Fuß, per Rad oder auf dem Wasser entdeckt zu werden.

Inmitten dieser wachsenden und sich stetig wandelnden Landschaft liegt die Große Kreisstadt Borna und sie erscheint heute geradezu als Paradebeispiel für den Wandel, der sich in der gesamten Region vollzieht. Die Stadt hat sich positiv verändert und steckt mittendrin in einer besonderen Dynamik, die sie bis heute bewegt.
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